Mariposa Frauencafé - Beratung, Begleitung und Aufsuchende Arbeit für Prostituierte

Beratungs- und Anlaufstelle

Unser Frauencafé Mariposa ist eine Beratungs- und Anlaufstelle für Prostituierte. Sie erhalten hier Beratung in Lebensfragen und dem Umgang mit Ämtern und Behörden. Außerdem soll es ein Ort sein, an dem die Frauen zur Ruhe kommen können und ermutigt werden. Hierfür finden immer wieder besondere Aktionen wie z. B. Beauty Events statt, um den Frauen etwas gutes zu tun.

Aufsuchende arbeit

Vom Café aus starten wir regelmäßige Einsätze in die Bordelle, auf den Straßenstrich und in die Terminwohnungen, um Kontakte auf- und auszubauen, Informationen z. B. zur aktuellen Gesetzeslage oder zu Hilfsstrukturen und Hygieneartikel weiterzugeben. Außerdem kann damit auch Beratung direkt am Arbeitsplatz stattfinden.

 
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Ausstiegshilfe

Frauen welche die Prostitution verlassen möchten, beraten und begleiten wir in diesem Prozess. Sofern ein Zwangsverhältnis vorliegt, besteht die Möglichkeit der sofortigen Unterbringung in Schutzeinrichtungen.

Bei vielen der Frauen sind allerdings die größten Hürden fehlende Ausbildung und Sprachkenntnisse, um einen Alternativen Beruf in Deutschland wahrnehmen zu können.

Wichtige Grundlagen unserer ARbeit

Es geht uns darum, die Frauen in ihren individuellen Anliegen wahr- und ernst zu nehmen. Wir wollen Beziehungen und damit Vertrauen aufbauen um dadurch einen besseren Einblick in die komplexe Lebenswelt der Prostituierten zu erhalten. Das ermöglicht es, Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten, die die Frauen wirklich brauchen und die ihnen helfen vor allem eigenständig und selbstbestimmt zu handeln und zu entscheiden.

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Prostitution in Karlsruhe

Zwangs- und Armutsprostitution

Durch die Arbeit im Café und im Kontakt mit den Prostituierten zeigt sich, dass eine große Zahl der Frauen aus Gründen des Zwangs ihrer Arbeit nachkommen. Hierbei bei allen Betroffenen von Menschenhandel zu sprechen ist allerdings nicht richtig. Besonders in Karlsruhe begegnen wir einer großen Anzahl von Frauen, bei welchen der Zwang in ihrer soziale Not zu finden ist. Besonders die Armut in Osteuropa treibt viele der Frauen nach Deutschland, um mit ihrer Arbeit ihre Familien in der Heimat finanziell unterstützen zu können.

Zahlen

Basierend auf den Zahlen des Ordnungsamts, haben sich seit Anfang 2018 500-600 in der Prostitution tätige Frauen (vereinzelt auch Männer) im Karlsruher Stadtgebiet registriert. Diese sind in mehreren großen Laufhäusern im “Rotlicht Viertel”, auf drei verschiedenen Straßenstrichabschnitten und in über 30 Terminwohnungen über das ganze Stadtgebiet verteilt tätig.

Um ein möglichst vollständiges und aktuelles Bild der Lage zu haben, sind wir in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden und der Beratungsstelle der Diakonie.