Mariposa Frauencafé - Beratung, Begleitung und Aufsuchende Arbeit für Prostituierte

Beratungs- und Anlaufstelle

Das Mariposa Frauencafé ist eine Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen die in der Prostitution tätig sind oder waren. Wir beraten und begleiten bedarfsorientiert und in allen Lebensfragen oder Problemlagen. Hierzu gehört auch die Lotsenfunktion indem wir an weitere Beratungsstellen, Therapeuten oder andere Hilfen vermitteln. Von unserem Ärzteteam können sich die oft nicht versicherten Frauen kostenlos untersuchen und behandeln lassen. Es besteht das Angebot eines kostenlosen Deutschkurses, einer Kleiderkammer und dem Wäschewaschen und trocknen. Das Mariposa Frauencafé soll außerdem ein Ort sein, an dem die Frauen sich eine kleine Auszeit von dem oft stressigen Alltag nehmen können um entspannt einen Kaffee zu trinken und einfach ein offenes Ohr vorzufinden.

Mariposa ist das spanische Wort für Schmetterling und steht für Veränderung, Aufschwung, Schönheit und Entfaltung.

Aufsuchende arbeit

Wöchentlich sucht unser Team die Laufhäuser des Rotlichtviertels auf, welches sich 5 Gehminuten entfernt von unserem Frauencafé befindet. Außerdem besuchen wir in monatlichen Abständen die Terminwohnungen in der Stadt und den Straßenstrich. Die aufsuchende Arbeit dient dem Kontaktauf- und ausbau und bietet die Möglichkeit der Beratung direkt vor Ort an den Arbeitsplätzen. Neben der Informationsweitergabe und unseren Kontaktkarten verteilen wir Hygieneartikel, kleine Aufmerksamkeiten und Geschenke zu besonderen Anlässen.


Mariposa Logo.png

Ausstiegshilfe

Frauen welche die Prostitution verlassen möchten, beraten und begleiten wir auch gerne in diesem, für viele Frauen schwierigen, Prozess. Hierzu gehören gegebenenfalls Behördengänge, Wohnungssuche und eine Vorbereitung auf die neue Arbeitswelt. Für viele Frauen ist u.a. die mangelnde Sprachkenntnis und der niedrige Bildungsgrad eine sehr große Hürde. Hier braucht es ermutigende Wegbegleiter und eine engmaschige Begleitung. Falls die Tätigkeit nicht freiwillig ausgeübt wird oder ein Zwangsverhältnis vorliegt, bieten wir schnelle, umfassende Unterstützung und Schutz.

Wichtige Grundlagen unserer ARbeit

Uns ist es wichtig, die Frauen in ihren individuellen Anliegen und Bedürfnissen wahr- und ernst zu nehmen und die komplexe Lebenswelt der Prostitution zu kennen. Deshalb arbeiten wir akzeptierend und beziehungsorientiert, immer mit dem Ziel, zu eigenständigem und selbstbestimmtem Handeln zu befähigen. Bei uns sind alle willkommen! Wir beraten und begleiten ungeachtet der Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang ist für uns hierbei Grundlage jeglicher Beratung und Begegnungen.


Mariposa4.png

Prostitution in Karlsruhe

Zwangs- und Armutsprostitution

Durch die Arbeit im Mariposa Frauencafé und im Kontakt mit den Prostituierten zeigt sich, dass eine große Zahl der Frauen aus Gründen des Zwangs ihrer Arbeit nachkommen. Hierbei bei allen Betroffenen von Menschenhandel zu sprechen ist allerdings nicht richtig. Besonders in Karlsruhe begegnen wir einer großen Anzahl von Frauen, bei welchen der Zwang in ihrer sozialen Not zu finden ist. Besonders die Armut in Osteuropa treibt viele der Frauen nach Deutschland, um mit ihrer Arbeit ihre Familien in der Heimat finanziell unterstützen zu können.

Zahlen

Basierend auf den Zahlen des Ordnungsamts, haben sich seit Anfang 2018 ca. 550 in der Prostitution tätige Frauen (vereinzelt auch Männer) im Karlsruher Stadtgebiet registriert. Diese sind in mehreren großen Laufhäusern im Rotlichtviertel, auf drei verschiedenen Straßenstrichabschnitten und in über 30 Terminwohnungen über das ganze Stadtgebiet verteilt tätig.

Um ein möglichst vollständiges und aktuelles Bild der Lage zu haben, sind wir in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden und der Beratungsstelle Luis.e der Diakonie.