FREIHEIT - HOFFNUNG - GERECHTIGKEIT

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Hilfe für Betroffene von Menschenhandel und Frauen in der Prostitution

The Justice Project e.V. ist ein gemeinnütziger Verein in Karlsruhe, der Betroffene von Menschenhandel, Frauen, die im Zuge von Flucht sexualisierte Gewalt erfahren haben und Frauen in Prostitution und Sexarbeit mit klient:innenorientierter, ganzheitlicher und akzeptierender Hilfe unterstützt. Obwohl das Hauptaugenmerk unserer Arbeit auf frauenspezifischen Tätigkeiten liegt, heißen die Hilfsangebote unserer Beratungsstellen jederzeit alle Menschen willkommen.

Wir, als Organisation, sind überzeugt: Gerechtigkeit beginnt dort, wo mutig hingesehen und gehandelt wird. Veränderung entsteht, wo Menschen befähigt werden ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Hinter der Arbeit und allen Hilfsangeboten von The Justice Project e.V. steht eine Vision von Freiheit, Hoffnung und Gerechtigkeit - eine Vision auf das Recht eines selbstbestimmten Lebens ohne Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung. Für Alle. Jetzt!

  • Menschenhandel ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und eine Form moderner Ausbeutung. Er liegt vor, wenn Menschen durch Gewalt, Drohungen, Täuschung, Missbrauch von Abhängigkeiten oder Ausnutzung einer Notlage kontrolliert und ausgebeutet werden. Menschenhandel ist strafbar und kann verschiedene Formen annehmen.

    Dazu zählen unter anderem:

    • sexuelle Ausbeutung, z. B. Zwangsprostitution

    • Arbeitsausbeutung, z. B. in Haushalt, Pflege, Bau oder Gastronomie

    • Ausbeutung durch Zwangsarbeit oder Betteln

    • Ausbeutung in eheähnlichen oder abhängigen Verhältnissen, z.B. Zwangsehen

    • Illegale Adoption

    • Ausbeutung von Leihmutterschaft

    Betroffene erleben häufig körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt, starke Kontrolle, Isolation und Angst. Viele haben unsichere Aufenthaltsverhältnisse, geringe Sprachkenntnisse oder keinen Zugang zu unabhängiger Unterstützung. Diese Umstände erschweren es, Hilfe zu suchen oder sich aus der Ausbeutung zu lösen.

    „Die Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen, einschließlich der Übergabe oder Übernahme der Kontrolle über diese Personen, durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderer Formen der Nötigung, durch Entführung, Betrug, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnutzung besonderer Schutzbedürftigkeit oder durch Gewährung oder Entgegennahme von Zahlungen oder Vorteilen zur Erlangung des Einverständnisses einer Person, die die Kontrolle über eine andere Person hat, zum Zwecke der Ausbeutung.“

     EU-Richtlinie 2011/36 – Artikel 2

    Zur Beratungsstelle OASE

  • Weibliche Genitalverstümmelung (FGM_C – Female Genital Mutilation/Cutting) ist eine schwere Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen. Dabei werden Teile des weiblichen Genitals beschnitten oder entfernt. FGM_C verletzt das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit und kann schwerwiegende gesundheitliche, psychische und soziale Folgen haben und das ein Leben lang.

    Nach aktuellen Angaben von UNICEF sind weltweit mehr als 230 Millionen Frauen und Mädchen in 31 Ländern von FGM_C betroffen. Auch in Deutschland ist FGM_C Realität: Schätzungsweise 103.947 Frauen und Mädchen leben hier mit den Folgen, bis zu 17.271 Mädchen gelten als potenziell gefährdet (Zahlen von 2022).

    Quelle: https://frauenrechte.de/unsere-arbeit/weibliche-genitalverstuemmelung

    FGM_C ist keine Tradition- sondern Gewalt.
    Wir setzen uns dafür ein, Betroffene zu unterstützen, Gefährdung frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Schutz und Perspektiven zu schaffen.

    Zur Beratungsstelle OASE

  • Geschlechtsspezifische Gewalt bezeichnet Gewalt, die sich gegen Frauen richtet, weil sie Frauen sind. Sie ist Ausdruck struktureller Ungleichheit und betrifft Frauen in allen Altersgruppen, Lebenslagen und sozialen Kontexten. Diese Form der Gewalt kann einmalig oder wiederholt auftreten und hat häufig schwerwiegende körperliche, psychische und soziale Folgen.

    Geschlechtsspezifische Gewalt umfasst unter anderem:

    • körperliche Gewalt, z. B. Schläge, Verletzungen oder Freiheitsentzug

    • psychische Gewalt, z. B. Bedrohungen, Kontrolle, Demütigung oder Isolation

    • sexualisierte Gewalt, z. B. sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung oder sexuelle Ausbeutung

    • häusliche Gewalt durch Partner oder Familienangehörige

    • ökonomische Gewalt, z. B. finanzielle Kontrolle oder Abhängigkeit

    • Zwangsheirat, sogenannte Ehrengewalt und weibliche Genitalverstümmelung (FGM_C)

    • digitale Gewalt, z. B. Überwachung, Bedrohung oder Bloßstellung im Netz

    Geschlechtsspezifische Gewalt ist niemals gerechtfertigt. Betroffene haben ein Recht auf Schutz, Unterstützung und ein selbstbestimmtes Leben frei von Gewalt.

  • Prostitution ist ein gesellschaftlich stark kontroverses und vielfach stigmatisiertes Thema. Die Lebens- und Arbeitsrealitäten von Menschen in der Prostitution sind sehr unterschiedlich. Während einige ihre Tätigkeit als selbstbestimmt erleben, sind viele von prekären Lebenslagen, Gewalt, Ausbeutung, gesundheitlichen Belastungen und sozialer Ausgrenzung betroffen. Es ist elementar, zwischen den verschiedenen Formen, Fällen und Hintergründen zu differenzieren.

    Besonders häufig erleben Menschen in der Prostitution geschlechtsspezifische Gewalt, psychischen Druck, unsichere Arbeitsbedingungen sowie rechtliche und soziale Hürden. Viele haben eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung, sozialer Absicherung oder Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der Prostitution.

    Ein Aus- oder Umstieg ist für viele mit großen Herausforderungen verbunden. Fehlende finanzielle Sicherheit, Wohnungsnot, gesundheitliche Belastungen, Sprachbarrieren oder aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten können den Weg in andere Lebens- und Arbeitsformen erheblich erschweren.

    Menschen in der Prostitution haben Anspruch auf Schutz, Unterstützung und Respekt. Unabhängig davon, ob sie bleiben, einen Umstieg anstreben oder die Prostitution vollständig verlassen möchten.

    Zur Beratungsstelle Mariposa

  • Die Loverboymethode eine Form der Zwangsprostitution. Ein Beispiel, wie die Loverboymethode häufig stattfindet: 

    Kontaktaufnahme – Der perfekte Gentleman:

    Der Täter/„Loverboy“ kommt über Online-Dating-Platt formen, Social Media oder andere Wege in Kontakt mit der meist weiblichen Betroffenen. Es folgt ein schneller Beziehungsaufbau und er spielt die große Liebe vor. Er sorgt gezielt dafür, dass sie sich zunehmend von ihrem sozialen Umfeld isoliert. 

    Sobald sie ihm vertraut, täuscht er vor, dass er Schulden hat. Die Betroffene soll ihm helfen, Geld zu verdienen, indem sie mit Bekannten von ihm oder anderen Männern schläft.

    Wenn sie das nicht möchte, drängt er sie mit psychischer und/oder physischer Gewalt, es doch zu tun. Zu diesem Zeitpunkt ist sie emotional völlig von ihrem „Loverboy“ abhängig und dadurch an ihn gebunden. Die Betroffene beginnt in Wohnungen, Bordellen etc. mit Freiern zu schlafen. 

    Das perfide Zusammenspiel aus vorgetäuschter Liebe, Abhängigkeit und Gewalt führt dazu, dass sie sich selbst häufig nicht als Opfer von Zwangsprostitution wahrnimmt.

    Zur Beratungsstelle Mariposa

  • Zwangsprostitution ist eine spezifische Form der sexuellen Ausbeutung, bei der eine Person unter Zwang, Gewalt, Täuschung, Drohung, Erpressung oder unter Ausnutzung ihrer persönlichen oder wirtschaftlichen Zwangslage bzw. Hilflosigkeit in die Prostitution gezwungen wird. Zwangsprostitution ist oftmals das letztendliche Ziel von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, kann jedoch auch unabhängig vom Straftatbestand des Menschenhandels auftreten (vgl. §§ 232, 232a StGB).

    Betroffene erleben häufig körperliche und sexualisierte Gewalt, massive psychische Belastungen, Kontrolle und Isolation. Viele befinden sich in prekären Lebenslagen, sind finanziell abhängig, haben unsichere Aufenthaltsverhältnisse oder kaum Zugang zu Unterstützung. Angst, Scham, Sprachbarrieren und fehlende Informationen über Rechte erschweren es zusätzlich, Hilfe zu suchen.

    Zur Beratungsstelle Mariposa

  • Unsere Präventions- und Aufklärungsangebote richten sich gezielt an Schüler:innen und Jugendliche, um sie frühzeitig über Menschenhandel, die Loverboy-Methode sowie über gesunde und ungesunde Beziehungen aufzuklären. Ziel ist es, junge Menschen zu stärken, Risiken zu erkennen und sich selbst und andere besser zu schützen.

    In Workshops und Informationsveranstaltungen vermitteln wir altersgerecht, wie Manipulation, emotionale Abhängigkeit und Ausbeutung entstehen können und woran sie zu erkennen sind. Wir sprechen über Grenzen, Respekt, Vertrauen und Selbstbestimmung und machen deutlich, dass Kontrolle, Druck oder Gewalt keine Zeichen von Liebe sind.

    Die Präventionsarbeit ermutigt Jugendliche, auf ihr Bauchgefühl zu hören, Hilfe anzunehmen und sich Unterstützung zu holen. Dabei schaffen wir einen geschützten Raum für Fragen, Austausch und Reflexion.

  • Menschenhandel bleibt häufig unerkannt. Betroffene befinden sich oft in Abhängigkeitsverhältnissen, haben Angst vor den Tätern oder kennen ihre Rechte nicht. Eine frühzeitige und sensible Identifizierung ist daher entscheidend, um Schutz und Unterstützung zu ermöglichen.

    Wir unterstützen Fachkräfte dabei, Anzeichen von Menschenhandel zu erkennen und angemessen zu handeln. In unseren Schulungen vermitteln wir praxisnahes Wissen zu Formen des Menschenhandels, typischen Warnsignalen, rechtlichen Grundlagen sowie zu traumasensibler Gesprächsführung. Ziel ist es, Handlungssicherheit zu stärken und Betroffene nicht zu gefährden oder zu überfordern.

    Das Angebot richtet sich unter anderem an Fachkräfte aus Sozialarbeit, Beratung, Gesundheitswesen, Bildung, Verwaltung und Ehrenamt. Durch gezielte Sensibilisierung und Vernetzung tragen wir dazu bei, Betroffene früher zu erreichen, besser zu schützen und Zugänge zu Hilfesystemen zu eröffnen.

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