THe Justice Project e.V.
Hilfe für Betroffene von Menschenhandel und Frauen in der Prostitution in Karlsruhe
The Justice Project e.V. ist ein gemeinnütziger Verein in Karlsruhe, der Betroffene von Menschenhandel, Frauen, die im Zuge von Flucht sexualisierte Gewalt erfahren haben und Frauen in Prostitution und Sexarbeit mit Klientinnen orientierter, ganzheitlicher und akzeptierender Hilfe unterstützt. Obwohl das Hauptaugenmerk unserer Arbeit auf frauenspezifischen Tätigkeiten liegt, heißen die Hilfsangebote unserer Beratungsstellen jederzeit alle Menschen willkommen.
Um den Zielgruppen individuelle und professionelle Unterstützung bieten zu können, umfasst unsere Arbeit zwei fachspezifische Beratungsstellen in Karlsruhe.
„Mariposa“ – Fachberatungsstelle für Frauen in der Prostitution
„Oase“ – Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel und Frauen die sexuelle Gewalt im Zuge von Flucht erfahren haben. (FGM/C etc.)
Ziel aller Hilfsangebote von The Justice Project e.V. ist es, alle Klientinnen dahingehend zu unterstützen und befähigen, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Wir initiieren.
Eine aktive Rolle im Kampf gegen Menschenhandel und sexueller Ausbeutung einzunehmen, bedeutet für uns Verantwortung beim Brückenbau und der Suche nach Lösungen zu übernehmen, niemals stehen zu bleiben und proaktiv voranzugehen.
Wir denken mit.
Kritisches Denken ist notwendig, um die Komplexität der Themen Menschenhandel und Prostitution in Gänze zu erfassen. Nur mit intellektueller Integrität gelingt, es soziale Gerechtigkeit für die Bedürftigsten relevant zu machen.
Wir hören zu.
Wir hören auf die, denen wir dienen. Das bedeutet, den Menschen mit denen wir arbeiten mit einer zuhörenden und annehmenden Haltung zu begegnen und ihnen weder stigmatisierende Rollen noch vorgefasste Urteile überzustülpen.
Wir verbinden.
Wir sind überzeugt, dass sich akzeptierende Hilfe für in der Prostitution tätige Frauen und notwendige Kritik am System des Sexmarktes nicht ausschließen, sondern die Basis für individuelle, effektive und nachhaltige Hilfeleistungen darstellen.
Wir halten durch.
Eine effektive Begleitung von Menschen in vulnerablen Lebenslagen bedeutet für uns, bei jedem Auf und Ab des Prozesses an der Hoffnung festzuhalten, da zu sein und Türen zu öffnen.
Wir differenzieren.
Wir wehren uns gegen eine Vereinfachung der Prostitution und die Gleichsetzung mit Menschenhandel. Die Lebenswelt der Frauen ist vielschichtig, die Probleme unterschiedlich und die Bedürfnisse verschieden. Daher benötigt es individuelle Unterstützung, effektive kommunale Hilfesysteme und keine pauschalisierten Top-Down-Lösungen.
Wir glauben.
An ein christliches Wertesystem, welches die Grundlage unserer Arbeit und Herzenshaltung ist.
Wir helfen.
Unabhängig von Herkunft, Religion oder sexueller Weltanschauung. Akzeptierende Hilfe ist die Grundlage unserer Arbeitsweise. Alle in der Prostitution tätige Frauen erhalten, unabhängig von ihrer Situation, individuelle Betreuung, professionelle Beratung und ganzheitliche Unterstützung.
Wir kooperieren.
Wir wissen, dass wir all das nicht allein schaffen können. Die konstruktive Zusammenarbeit mit anderen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene ist ein grundlegender Bestandteil der Arbeit mit Frauen in der Prostitution sowie gegen Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und Gewalt.
Die Grundsätze
unserer Arbeit
Die verschiedenen Schwerpunkte unserer Arbeit, die Vielschichtigkeit der Prostitutionsrealität, die Frage nach der Unterscheidung von Menschenhandel und Prostitution und die Spannungen zwischen den politischen Ansätzen mit dem Umgang von Prostitution. Im Fokus stehen bei uns immer die Frauen und ihre individuellen Bedürfnisse. Aus dieser Haltung heraus haben wir folgende Grundsätze für unsere Arbeitsweise aufgestellt:
Sowohl aufgrund unserer praktischen Erfahrungen als auch auf der Grundlage der rechtlichen Definition von Menschenhandel kann aus unserer Sicht eindeutig nicht bei allen Formen der Prostitution von Menschenhandel gesprochen werden. Ebenso fallen nicht alle auftretenden Probleme und Schwierigkeiten, der in der Prostitution tätigen Frauen, unter den Begriff des Menschenhandels.
Wir arbeiten stets mit einer ergebnisoffenen, akzeptierenden Grundhaltung, bei welcher wir die Frauen ganzheitlich betrachten, sie als Expertinnen für ihre eigene Lebenswelt sehen und sie darin unterstützen, eigene Lösungen für ihre Probleme und Herausforderungen zu entwickeln.
Wir setzen uns dafür ein, dass Betroffene von Menschenhandel identifiziert, kriminelle Strukturen aufgedeckt und Straftaten verfolgt werden.
Die Objektivierung von Frauen und das männliche sexuelle Anspruchsdenken sehen wir als grundlegende gesellschaftliche Probleme an, welchen wir durch Aufklärung und eine gegensätzliche Wertevermittlung entgegenwirken, da sich diese Phänomene nicht allein durch Gesetzgebung verändern lassen.
Wir glauben, dass sich eine akzeptierende Hilfe für Frauen in der Prostitution und ein kritisches Hinterfragen des Systems und der Gesetze nicht ausschließen, sondern eine Auseinandersetzung mit diesen beiden Perspektiven erst die Grundlage für die bestmögliche Unterstützung auf die individuellen Bedürfnisse der Frauen gewährleistet.
Wir bestärken Frauen, die von Menschenhandel betroffen, sexuelle Ausbeutung erlebt haben oder in der Prostitution tätig sind, dahingehend, dass sie ihre Rechte und Ressourcen wahrnehmen können und nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe handlungsfähig werden.
Es gibt viele soziale Barrieren für Frauen in der Prostitution. In unserer Arbeit bauen wir Brücken, die diese, losgelöst von gesellschaftlicher Stigmatisierung, überwinden.