In der Beratungsstelle Oase beraten und begleiten wir Frauen*, die von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung betroffen sind, sowie Frauen* aus afrikanischen Herkunftsländern, die im Kontext von Flucht geschlechtsspezifische Gewalt erlebt haben.
Unsere Arbeit basiert auf einer wertschätzenden, akzeptierenden und respektvollen Haltung gegenüber jeder Person, die Unterstützung sucht. Der Schwerpunkt liegt auf der Beratung und Begleitung von Frauen* aus Drittstaaten.
Identifikation
von Betroffenen
Um Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, wirksam unterstützen zu können, müssen sie zunächst identifiziert werden.
Hierfür arbeiten wir eng mit dem Hilfesystem zusammen, führen Schulungen zur Identifizierung Betroffener von Menschenhandel durch und sind im Austausch mit den Behörden.
Nach einer Identifizierung stehen verschiedene Hilfemaßnahmen zur Verfügung. Diese orientieren sich am individuellen Schutzbedarf und an den Wünschen der Betroffenen.
Dazu gehören:
Teilnahme an Gruppenangeboten
Psychosoziale Beratung und Begleitung
Weitervermittlung an spezialisierte Hilfsangebote
Anbindung an therapeutische Begleitung
Unterbringung in unserem Schutzhaus
Asylrechtliche Beratung und Begleitung
Schutzhaus
In unserem Schutzhaus finden bis zu sieben von Menschenhandel betroffene Frauen und ihre Kinder ein sicheres Zuhause.
Ein besonderer Fokus liegt auf Frauen aus westafrikanischen Herkunftsländern, da sie besonders häufig von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung betroffen sind.
Das Schutzhaus bietet einen geschützten Raum, in dem die Frauen zur Ruhe kommen, neue Kraft schöpfen und Perspektiven für ein eigenständiges Leben entwickeln können. Während ihres Aufenthalts werden sie eng und individuell von uns begleitet.
Im Durchschnitt lebt eine Frau etwa ein Jahr im Schutzhaus, bevor sie sich sicher und gestärkt genug fühlt, den nächsten Schritt in ein selbstständiges Leben zu gehen.
Beratungsangebot
zu FGM/C
Seit 2025 ist FGM/C (Female Genital Mutilation/Cutting) ein fester Bestandteil unseres Beratungsangebots.
Das Angebot richtet sich an:
betroffene Frauen und Mädchen
gefährdete Personen
Angehörige und Bezugspersonen
Die Beratung ist vertraulich, kostenfrei und auf Wunsch anonym. Das Projekt wird durch die Soziallotterie Aktion Mensch gefördert.
Unser Angebot umfasst:
Rechtliche Aufklärung
Informationen zu Rechten, Schutzmöglichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.
Medizinische Anbindung
Vermittlung an spezialisierte medizinische Versorgungsangebote in Karlsruhe und Baden-Württemberg.
Psychosoziale Beratung
Unterstützung bei der Verarbeitung belastender Erfahrungen, Stärkung eigener Ressourcen und Begleitung in schwierigen Lebenssituationen.
Schulungen &
Sensibilisierung
Neben der direkten Beratung bieten wir Schulungen und Fachinformationen für Akteure im Hilfesystem an.
Unser Ziel ist es, Fachkräfte aus Sozialarbeit, Bildung, Gesundheit und Verwaltung für das Thema FGM/C zu sensibilisieren, ihre Handlungssicherheit zu stärken und den Schutz betroffener Mädchen und Frauen nachhaltig zu verbessern.