Die Grundsätze unserer ARbeit

Die verschiedenen Schwerpunkte unserer Arbeit, die Vielschichtigkeit der Prostitutionsrealität, die Frage nach der Unterscheidung von Menschenhandel und Prostitution und die Spannungen zwischen den politischen Ansätzen mit dem Umgang von Prostitution, stellen uns täglich neu vor die Herausforderungen zu handeln, zu lernen und die eigenen Denkweisen, Moralvorstellungen und Erfahrungen zu reflektieren, zu entwickeln und manchmal auch hintenanstellen zu lassen. Im Fokus stehen bei uns immer die Frauen und ihre individuellen Bedürfnisse. Aus dieser Haltung heraus haben wir folgende Grundsätze für unsere Arbeitsweise aufgestellt.

  • Sowohl aufgrund unserer praktischen Erfahrungen, als auch auf der Grundlage der rechtlichen Definition von Menschenhandel, kann aus unserer Sicht, eindeutig nicht bei allen Formen der Prostitution von Menschenhandel gesprochen werden. Ebenso fallen nicht alle auftretenden Probleme und Schwierigkeiten, der in der Prostitution tätigen Frauen, unter den Begriff des Menschenhandels.

  • Die Objektivierung von Frauen und das männliche sexuelle Anspruchsdenken, sehen wir als grundlegende gesellschaftliche Probleme an, welchen wir durch Aufklärung und eine gegensätzliche Wertevermittlung entgegenwirken, da sich diese Phänomene nicht allein durch Gesetzgebung verändern lassen.

  • Wir bestärken Frauen, die von Menschenhandel betroffen oder in der Prostitution tätig sind, dahingehend, dass sie ihre Rechte und Ressourcen wahrnehmen können und nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe handlungsfähig werden.

  • Wir arbeiten stets mit einer ergebnisoffenen, akzeptierenden Grundhaltung, bei welcher wir die Frauen ganzheitlich betrachten, sie als Expertinnen für ihre eigene Lebenswelt sehen und sie darin unterstützen, eigene Lösungen für ihre Probleme und Herausforderungen zu entwickeln.

  • Wir glauben, dass sich eine akzeptierende Hilfe für Frauen in der Prostitution und ein kritisches Hinterfragen des Systems und der Gesetze nicht ausschließen, sondern eine Auseinandersetzung mit diesen beiden Perspektiven erst die Grundlage für die bestmögliche Unterstützung auf die individuellen Bedürfnisse der Frauen gewährleistet.

  • Es gibt viele soziale Barrieren für Frauen in der Prostitution. Wir versuchen in unserer Arbeit Brücken zu bauen, die diese, losgelöst von gesellschaftlicher Stigmatisierung, überwinden.

  • Wir setzen uns dafür ein, dass Betroffene von Menschenhandel identifiziert, kriminelle Strukturen aufgedeckt und StraftäterInnen verfolgt und bestraft werden.

Diesen Grundsätzen liegt unsere Vision zu Grunde, Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen.