Unsere Vision

“Kampf gegen Menschenhandel”




The Justice Project e.V.

The Justice Project e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Bekämpfung des Sexhandels und der Zwangsprostitution widmet. Unsere Arbeit fokussiert sich auf in der Prostitution tätige Frauen und Betroffene von Menschenhandel.

Wir versuchen unsere Zielgruppe durch unsere Beratungsstelle „Frauencafé Mariposa“, in der Nähe des größten Rotlichtviertels in Karlsruhe und durch Aufsuchende Arbeit zu erreichen. Mariposa schafft Raum für Beziehungen, bietet Hilfe im Alltag, begleitet die Frauen und versucht ihnen alternative Möglichkeiten für ihr Leben aufzuzeigen. Zudem gewährleisten wir Zugang zu professioneller Betreuung, fachkundiger Beratung und vermitteln ärztliche Hilfe, die häufig dringend erforderlich ist.

Eine häufig von Menschenhandel betroffene Personengruppe stellen Frauen aus Westafrika dar. Um diese zu identifizieren und ihnen die benötigte Unterstützung zukommen zu lassen, sind wir u.a. mit einem Identifikationsprojekt in der Landeserstaufnahmestelle für Geflüchtete aktiv.

Wir bieten den Frauen somit eine Gelegenheit, ihr Leben eigenständig gestalten zu können, auf Wunsch die Prostitution zu verlassen und durch ein Schutzhaus und unser vorbereitendes Integrationsprogramm einen neuen Platz in der Gesellschaft zu finden. Im Schutzhaus, welches auf Frauen nigerianischer Herkunft spezialisiert ist, können die Frauen selbstständig leben, erfahren jedoch gleichzeitig durch das begleitende Integrationsprogramm Unterstützung bei der Bewältigung ihres Traumas und der praktischen Vorbereitung auf ihre Zukunft. Das Programm ist in verschiedene Module eingeteilt, wobei die Frauen beispielsweise lernen, wie man gesunde Beziehungen aufbaut, die eigenen Lebensumstände verbessert und Bildungschancen wahrnimmt. Ziel ist es, die Frauen zu befähigen, neue und nachhaltige Entscheidungen zu treffen, die es ihnen ermöglicht unabhängig und selbstbestimmt leben zu können.


Unsere Werte

Wir initiieren. - Eine aktive Rolle im Kampf gegen Menschenhandel einzunehmen, bedeutet für uns Verantwortung beim Brückenbau und der Suche nach Lösungen zu übernehmen, niemals stehen zu bleiben und proaktiv voranzugehen.

Wir denken mit. - Kritisches Denken ist notwendig, um die Komplexität des Menschenhandels und der Prostitution in Gänze zu erfassen. Nur mit intellektueller Integrität gelingt es soziale Gerechtigkeit für die Bedürftigsten relevant zu machen.

Wir hören zu. - Wir hören auf die, denen wir dienen. Wir sind uns bewusst dass wir, um Frauen aus dem Kreislauf der Ausbeutung zu befähigen, ihre wahre Identität stärken müssen. Das bedeutet, ihnen mit einer zuhörenden und annehmenden Haltung zu begegnen und ihnen weder stigmatisierende Rollen noch vorgefasste Urteile überzustülpen.

Wir verbinden. - Wir sind überzeugt, dass sich akzeptierende Hilfe für in der Prostitution tätige Frauen und notwendige Kritik am System des Sexmarktes nicht ausschließen, sondern die Basis für individuelle, effektive und nachhaltige Hilfeleistungen darstellen.

Wir differenzieren. - Wir wehren uns gegen eine Vereinfachung der Prostitution in schwarz und weiß und die Gleichsetzung mit Menschenhandel. Die Lebenswelt der Frauen ist vielschichtig, die Probleme unterschiedlich und die Bedürfnisse verschieden. Daher benötigt es individuelle Unterstützung und keine pauschalisierte Top-Down-Lösungen.

Wir helfen. - Unabhängig von Herkunft, Religion oder sexueller Weltanschauung. Akzeptierende Hilfe ist die Grundlage unserer Arbeitsweise. Alle in der Prostitution tätige Frauen erhalten unabhängig von Zwang oder Freiwilligkeit, individuelle Betreuung und Unterstützung.

Wir halten durch. - Eine effektive Betreuung von Frauen in der Zwangsprostitution bedeutet, dass man bei jedem Auf und Ab dieses Prozesses an der Hoffnung festhält. Wir werden nicht aufgeben, egal was passiert.

Wir glauben. - An ein christliches Wertesystem, welches die Grundlage unserer Arbeit und Herzenshaltung ist.

Wir kooperieren. - Wir wissen, dass wir all das nicht alleine schaffen können. Die Zusammenarbeit mit anderen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene ist ein grundlegender Bestandteil der Arbeit gegen den Menschenhandel.

 
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Der Friede wird auch verletzt durch den Menschenhandel, die neue Sklaverei unserer Zeit, welche die Menschen in Handelsware verwandelt und sie jeder Würde beraubt.
— Papst Franziskus, Ansprache an den Europarat, Strassburg 25. Nov. 2014